Türen, die sich öffnen

Türen, die sich öffnen

Ich denke an einen Traum, der mich in meiner Kindheit und Jugend begleitet hat. Ich träumte, wie ich lief und lief und immer wieder war eine Tür vor mir. Diese Tür stand im leeren Raum. Wenn ich auf sie zulief, öffnete sie sich von ganz allein und wenn ich hindurch gelaufen war, konnte ich schon die nächste Türe sehen, die ebenfalls im leeren Raum stand – keine Wände, nichts. Nur diese offene Tür.

So lief ich durch Türen, Türen, Türen und erreichte immer wieder den leeren Raum.
Wie oft habe ich darüber nachgedacht, was mir dieser Traum wohl sagen sollte, worauf er mich hinweisen wollte, denn dass es „einfach nur ein Traum“ war, daran glaubte ich nicht.
Was für Gefühle überkamen mich, wenn ich durch diese Türen lief? Das ist nicht einfach zu beschreiben… War es Neugier „Was ist hinter der nächsten Tür?“ … oder: „Ist das die letzte Tür und was ist dahinter?“ … aber auch irgendwie Angst. Angst davor, dass wieder nichts „dahinter“ kommt und ich wieder weiterlaufen muss, bis die nächste Tür kommt.

Ich weiß, Angst verhindert nicht, dass etwas kommt, wenn es kommen soll. Ich meine jetzt aber die Angst, die unerklärbar ist, die uns alle in bestimmten Situationen befällt. Es ist nicht die Angst, die uns davor warnt Dinge zu tun, die uns schaden könnten, sondern einfach dieses seltsame Gefühl… was passiert? Was kommt? Was wird?
Trotzdem lief ich weiter – immer weiter. Türen öffneten sich, ich lief hindurch, neue Türen erschienen…

Gedanken begleiteten mich am Morgen: Warum öffneten sich die Türen? Warum blieben sie nicht einfach verschlossen? Öffneten sie sich, weil ich erwartete, dass sie sich öffneten? Weil ich mir wünschte, dass sie sich öffnen, damit ich weiterlaufen kann? Öffneten sie sich, um mir „irgendwann“ etwas zu zeigen?

Ist dieser Traum mein Leben? Ich will nicht sagen, dass ich mein Leben lang durch leere Räume gelaufen bin. Aber ich bin überzeugt davon, dass sie mir tatsächlich mein Leben gezeigt haben.

Inzwischen haben sich diese Räume mit Leben gefüllt. Ich kann Räume erkennen, die ganz klein sind – Abschnitte des Lebens, die nicht lange andauerten – und ich kann Räume erkennen, die riesig sind. So riesig, wie der Ballsaal eines Schlosses. Es gibt dunkle Räume und Räume voller Licht und Blumen.

Jeder Raum für sich war wichtig für mich – egal, was er enthielt. Ich denke, genau das wollte mir der Traum sagen: „Höre nicht auf, zu laufen. Gehe weiter – von Tür zu Tür. Denke daran, es geht immer weiter, egal, was geschieht. Immer wieder wird sich eine Türe öffnen, die einen neuen Raum in deinem Leben freigibt. Werde nicht müde, immer wieder die geöffnete Türe zu sehen, damit du irgendwann sagen kannst: das ist der Raum, in dem ich jetzt bleiben möchte. Hier bin ich zu Hause.“

Wie war mein Leben? Als ich ein kleines Kind war, zogen meine Eltern von Italien in die Niederlande. Dort lebten wir eine kurze Zeit, um dann nach Köln am Rhein zu ziehen. Dort lebte ich viele viele Jahre.

In Köln – vergleichen wir es einmal mit einem Schloss – gab es sehr viele Räume, die ich durchlief. Kleine Räume – große Räume – helle und dunkle. Als ich durch das ganze Schloss gelaufen war, bin ich weitergelaufen. Wieder öffnete sich eine Türe und ich kam an den Niederrhein. Und nun? Gerade jetzt öffnet sich wieder eine Türe ich werde wieder hindurch gehen durch diese Türe – voller Hoffnung, voller Vertrauen.

Genau das ist es, was der Traum sagen will:
Hab Vertrauen und gehe weiter, wenn eine Türe sich öffnet. Sag nicht: das tue ich nicht – oder: das kann ich nicht. Sag: Ich kann! Bitte nicht darum, dass alles gut wird, sondern glaube daran, dass es gut wird.

Vertraue und frage nicht mehr: „Was erwartet mich hinter dieser Tür?“ sondern gehe darauf zu und stelle dir, während du weiter gehst, einfach vor, wie es dahinter sein wird.

Lächle, lasse die Blumen blühen und stell dir den Raum hinter der Türe so vor, wie es dir gefällt. Du wirst überrascht sein, wenn du durch die Türe trittst und du feststellen wirst, dass es genau so ist, wie du es dir vorgestellt hast.

Weißt du, eine Bitte sagt ganz leise auch immer… ach… ich habs nicht… aber, ich hätte es doch so gerne. Sage nicht: Ich möchte, ich hätte gern, ach wäre das schön!

Mir hat jemand einmal gesagt: sage nicht ich möchte, sondern sage: „Ich will!“ Du darfst es!
Er sagte noch etwas wunderbares – einen Satz, der mir sehr geholfen hat und den ich immer wieder sehr gerne weitergebe:

„Gott hat die Welt nicht “gemöchtet” – er hat sie gewollt! Und deshalb konnte sie werden.!“
In diesem Sinne – lauft durch Eure Türen, nehmt jeden Raum an und jede neue Tür wahr, die sich Euch erschließt.
Lebt Euer Leben und freut Euch auf das, was kommt.

In Liebe, Eure Silvana

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