Die Geschichte des Orakel

Die Geschichte des Orakel

Im 8. Jahrhundert v.Chr. war Delphi ein verschlafener, kleiner Ort im damaligen antiken Griechenland. Es gab allerdings einen Tempel, der bis zu seiner Bestimmung für Apollo zur Verehrung der Erdgöttin Gaia diente. Mit Apollo begann das Zeitalter des berühmten Orakel von Delphi.

Es sollte ca. 1000 Jahre lang dauern. Delphi war für Weissagungen aller Art wie geschaffen, denn Zeus hatte die mystische Kultstätte schon vorher zum Mittelpunkt der Welt bestimmt. Da Apollo in der griechischen Mythologie für Schlichtung in Streitfällen zuständig war, lag die Entwicklung nahe, die nun ihren Lauf nahm.

Das Orakel wurde von Pythia, der Seherin formuliert. Sie wurde auf Lebenszeit gewählt und musste aus Delphi stammen. Diese beiden Kriterien trafen auch auf die beiden Priester zu, die zur Unterstützung von Pythia anwesend waren und die verschlüsselten Antworten der Seherin für die Ratsuchenden in klarere Worte umformulierten. Pythia saß während der Weissagungen auf einem Dreistuhl, kaute Lorbeerblätter und ließ sich von Weihrauch dazu verhelfen, in eine Art Trancezustand zu gelangen.

Geschichtsträchtige Antworten

Die Ratsuchenden konnten ihr Problem schildern und ihre Frage stellen, auf die es im Verlauf der 1000 jährigen Historie des Orakels immer wieder geschichtsträchtige Antworten gab. Staatsmänner und Bürger – jeder konnte vorsprechen, allerdings hatten die Bürger von Delphi das Vorrecht. Danach folgten Abgesandte der griechischen Städte, wobei Athen und Sparta innerhalb dieser Rangordnung besondere Rechte genossen.

Fragende aus anderen Ländern mussten bis zum Schluss einer Sitzung warten, bis sie an der Reihe waren. Anfänglich gab es nur einen Termin im Jahr, an dem Pythia ihre Weissagungen machte. Aufgrund des großen Andrangs wurden die Sitzungen immer häufiger anberaumt. Eine längere Pause gab es in den Wintermonaten, denn Apollo weilte der Sage nach während dieser Zeit nicht in Delphi.

Die Treffsicherheit der Aussagen des Orakels war nicht dem Zufall unterworfen und hatte auch nur bedingt etwas mit den seherischen Qualitäten der jeweils amtierenden Pythia zu tun. Vielmehr hatten die Priester ein weit verzweigtes und sehr gut funktionierendes Netzwerk aufgebaut, durch welches sie immer mit aktuellen Informationen über die politische Lage versorgt wurden. Mit diesen Kenntnissen als Grundlage übersetzten sie die in Trance gemachten Äußerungen der Pythia in ihrem Sinn.

 

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