Die wilde Jagd

Die wilde Jagd

Die Zeit zwischen Weihnachten und den ersten Tagen im Januar wird auch als die Rauhnächte bezeichnet. In diesem Zeitraum sollen, nach altem Volksglauben, die Pforten zur Geisterwelt offen stehen. Man nahm an, dass dann ein Zug aus Geistern und gewaltsam Verstorbenen am Himmel entlang durch die Lüfte zog, die wilde Jagd.

Wer waren die Wesen der wilden Jagd?

In den Nächten um den Jahreswechsel waren ganz unterschiedliche Wesen unterwegs. Je nach Region und der Phantasie der Menschen war die wilde Jagd unterschiedlich zusammengesetzt. So haben sowohl Geister und verstorbene Seelen teilgenommen als auch Kobolde und Zwerge. Sogar Götter sollen in diesen Nächten anwesend gewesen sein.

Die Rauhnächte, eine Zeit der Angst!

Während die Kinder heutzutage auf das Christkind oder den Weihnachtsmann warten, blickte man vor 2.000 Jahren voller Angst und Sorge in den Himmel. Denn von dort kamen keine Geschenke, sondern die wilde Jagd. Die Familien holten sich in dieser Zeit oft einen Baum ins Haus. Er stand als ein Symbol für das Leben wie der Weltenbaum Irminsul. Die in diesem Baum lebenden Baumgeister sollten die Menschen vor den finsteren Mächten der wilden Jagd beschützen. Dies zeigt, dass unser Weihnachtsbaum bereits aus den schamanischen Traditionen der vorchristlichen Zeit stammt.

Keine weiße Wäsche und kein Spott!

Im Grunde war die wilde Jagd den Menschen nicht böswillig eingestellt. Dennoch gab es eine Reihe von Tabus, um die Mächte der Dunkelheit nicht zu provozieren. So war es Jungfrauen verboten, bei Dunkelheit das Haus zu verlassen. Auch durfte keine weiße Wäsche über Nacht zum Trocknen aufgehängt werden. Gesänge und melodische Klänge galten allerdings als positiv, hier liegt wohl der Ursprung der Weihnachtslieder.

Ho, ho, ho, hier liegt der Ausgangspunkt!

Mit dem Ruf ho, ho, ho verbindet man heute den Weihnachtsmann. Tatsächlich war das aber der Ruf des Schimmelreiters. Er führte die wilde Jagd an und warnte mit seinem Ruf die Menschen vor deren Ankunft. Dies zeigt, welche überraschenden Hintergründe hinter so manchen Bräuchen liegen.

 

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