Der Mythos um den Talisman

Der Mythos um den Talisman

Studenten nehmen ihn mit in ihre Prüfung, Kandidaten bei Jauch´s Quiz zeigen ihn stolz in die Kamera und hoffen auf die Millionen. Die Rede ist von einem Talisman, einem Glücksbringer oder einem Amulett.

Ob es sich nun um den Teddy der Tochter handelt oder um ein Schmuckstück von Oma, eine Blume aus dem eigenen Garten oder um einen kleinen Stein – wie der ganz persönliche Talisman auszusehen hat, untersteht keiner Regel. Hier hat jeder seinen eigenen Bezug zu einem Gegenstand, der das Glück sozusagen in materieller, greifbarer Form verkörpern soll.

Je enger, bedrohlicher oder spannender die Situation wird, desto wichtiger wird der Talisman und umso fester wird er gedrückt oder umklammert. Manche Menschen fühlen sich aber auch dann recht gut, wenn sie wissen, dass sie ihren Glücksbringer in der Hosentasche oder an einer Kette um den Hals tragen. Talismane sollen uns vor bösen Geistern und sonstigen Gefahren schützen. Das war der ursprüngliche Grund für ihre Instrumentalisierung bei allen Kulturvölkern der Welt.

Lange Tradition

Die Germanen besaßen ebenso welche, wie die Ägypter oder Chinesen. Überall auf der Erde bediente man sich schon in Urzeiten der Glücksbringer. Früher ging es um die Vertreibung böser Einflüsse, Erfolg bei der Jagd oder um den Schutz der Götter. Wer sich heute auf seinen Talisman verlässt, erhofft sich etwas, was über die Erleichterung des bloßen existentiellen Daseins hinausgeht. Moderne Talismane unterstützen beim ersten Rendezvous, erhalten die Liebe oder unterstützen den Organismus bei der Pflege der eigenen Gesundheit – oder was auch immer das Anliegen seines Besitzers sei.

Das Geheimnis der Wirkung liegt im Glauben daran, es geht aber auch um eine gefühlte Unterstützung. Wenn der Teddybär auch nicht die Millionenfrage beantworten oder das Amulett keine Prüfungsfragen im Examen lösen kann, so bewirkt der Glücksbringer doch eine Steigerung der Selbstsicherheit, nimmt Angst und vermittelt ein stärkendes Gefühl. Daraus erwachsen leichter bessere Leistungen, als wenn man verzagt und hilflos an die Sache herangehen würde.

 

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