Schwein als Glückssymbol

Schwein als Glückssymbol

Schon mal „Schwein gehabt“? Bestimmt – aber kaum jemand kennt die Entstehungsgeschichte dieses Sprichwortes. Auch sonst kennen wir alle dieses Glückssymbol, ohne wirklich seine Entstehung und Bedeutung zu kennen. Dieser Artikel soll Aufklärung bieten.

Entstehungsgeschichten

Im Mittelalter wurde auf Festen das Schwein als Trostpreis verschenkt – dann sprach man davon, dass jemand „Schwein gehabt“ habe. Diese Tradition hat sich bis heute in der Form weiter fortgesetzt, dass jemand, der dem Pech und Unglück eine Schnippe schlägt, nun mit diesem Ausspruch beglückwünscht wird. Den Glücksbringer „Overkill“ sehen wir manchmal zu Sylvester, wenn ein Allstar-Team der Glücksbringer deutscher Geschichte verschenkt werden: Ein Schornsteinfeger reitet mit einem fünf-blättrigen Klee in der Hand auf einem Schwein.

Das Schwein gehört also zu den „Stars“ unserer Glückssymbole. Dies erklärt sich geschichtlich auch aus dem Wohlstandsverständnis früherer Jahrhunderte. Ein Bauer, der über viele Schweine verfügte, war entsprechend reich und so wurde das Schwein zu einem Symbol des Reichtums. Außerdem waren sie zu besonderen Begebenheiten ein Festmahl für Familien und wurden auch so mit schönen Begebenheiten verknüpft. Sogar in anderen Kulturen, wie den asiatischen ist das Schwein ein Glückssymbol. Dies gründet sich auf die Sichtweise, dass diese Tiere in der Haltung sehr pflegeleicht und anspruchslos sind und durch wenig Aufwand großen Gewinn einbringen können. So erklärt sich auch unserer Tradition des „Sparschweins“, dass sich durch wenig Aufwand im Sinne von kleinen „Fütterungen“ mit Cents und Münzen zu einem großen Guthaben bei der „Schlachtung“ entwickeln kann.

Weitere Erklärungsansätze

Weitere Entstehungsmöglichkeiten beziehen sich ebenfalls auf deutsche Geschichte und Traditionen, die so jedoch auch in anderen Kulturen vorgekommen sein können. Das Schwein war schon lange ein Nutztier, dass über Jahrhunderte hinweg fast in jedem Dorf der Welt zu finden war. Deshalb wurden die Tiere auch für Spiele und andere Gelegenheiten genutzt. So war ein beliebtes dörfliches Event das Schweinerennen, bei dem kleine Ferkel eingefangen werden mussten. Auch hier hatte derjenige Glück, der ein Schwein fasste.

Auch das Ferkel wurde Wandersleuten als Geschenk mitgegeben, um ihnen Glück zu bringen. Dies bezieht sich wahrscheinlich auch eher auf den materiellen Wert des Tieres und die Möglichkeit aus ihm Profit zu schlagen. Allgemeiner betrachtet ist interessant, wie Menschen immer noch an Symbolen festhalten, auch wenn diese für sie bereits jegliche Bedeutung verloren haben. Für kaum noch jemanden hat das Schwein noch eine tatsächliche Relevanz, trotzdem schenken wir uns gegenseitig Marzipan-Schweine zu Sylvester oder Geburtstagen. Aus dieser Perspektive wäre es interessant, ob spätere Generationen vielleicht heutige Status-Symbole wie Autos und Iphones als Glückssymbole wahrnehmen werden, selbst wenn diese ihre Nützlichkeit seit langem verloren haben.

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