Gematrie – eine hermeneutische Technik

Die Magie in der Bibel

Gematrie ist die hermeneutische Technik der Interpretation von Worten mit Hilfe von Zahlen. Damit dies zu einer Bedeutung führt, werden Buchstaben nach unterschiedlichen Schlüsseln in ihre entsprechenden Zahlenwerte überführt. Daraus lassen sich dann Beziehungen herstellen und Bedeutungen erschließen.

Die Gematrie beruht darauf, dass es in den Vorgängerschriften des Arabischen keine Zahlenzeichen gibt. Man verwendete stattdessen die Buchstaben selbst. Daher könnte man die Worte auch als Gruppen von Zahlen lesen. Durch verschiedene Rechenoperationen lassen sich die entstandenen Zahlen dann in eine Beziehung zu den Worten setzen. Gerade in der jüdischen Tradition spielt die Gematrie eine große Rolle.

666, die Zahl des Tieres

Das bekannteste Beispiel für Gematrie findet sich im Neuen Testament. Hier wird in der Offenbarung des Johannes die „Zahl des Tieres“ mit 666 angegeben. In der hebräischen Transkription steht dies für den griechischen Namen „Kaiser Nero“. Im Alten Testament gibt es eine Reihe von Interpretationen über gematrische Hintergründe.

Allerdings sind in den alten Handschriften oft unterschiedliche Versionen überliefert. So wurden, der vermutlich ursprünglichen Schreibweise, hypothetische Versionen zugefügt um das entsprechende Zahlenergebnis für die gematrische Umrechnung zu erreichen. Damit sind Spekulationen natürlich Tür und Tor geöffnet.

Gematrie im Alten Testament

So spricht man in der Gen 14,14 EU ist von 318 Knechten Abrahams, die zur Rettung seines Neffen Lot entsandt werden. Dieser Zahlenwert entspricht Elieser, dem Vertrauten Abrahams. Sein Name bedeutet gleichzeitig „mein Gott ist Hilfe“. Elieser ist, was man einen sprechenden Namen nennt.

In 1 Kön 5,12 EU wird über die 1.005 Lieder berichtet, die der weise König Salomo gedichtet hat. Dies wiederum entspricht dem Zahlwert von „Lieder von König Salomo“. Diese Beispiele zeigen, dass das Alte Testament voller Texte ist, die sich entsprechend interpretieren lassen.

Gematrie wird nicht nur in der hebräischen Bibel, sondern auch im griechischen Alphabet und der Tora verwendet. Dies zeigt, dass die Gematrie von vielen Kulturen maßgeblich beeinflusst wurde.

 

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