Der Engel der Freiheit

Unsere wichtigste Quelle über Herkunft, Aufgaben und Wesensart der Engel [griechisch: ángelos (Bote)] ist die Bibel. Zwar ist in der Schöpfungsgeschichte unserer Welt (Genesis 1 und 2) nirgends von Engeln die Rede, dennoch weist die Bibel darauf hin, dass es sie schon immer gegeben haben soll. Sie existierten bereits vor unserer Welt und dienten Gott. Weiterhin lesen wir in der Bibel, dass die Engel in einer Rangfolge zueinander stehen.

Derer gibt es neun, aufgeteilt in drei himmlische Triaden: In der ersten Triade stehen die Seraphim – Engel mit sechs Flügeln, die den „Drei-Mal-Heilig“‘- Bitt- und Huldigungsruf zelebrieren und Gott am nächsten sind. Es folgen die Cherubim – Lichtengel, Beschützer der Bundeslade (Steintafeln mit den zehn Geboten) und des Himmelsgartens Eden, Verbreiter der Erkenntnis.

Auf dem dritten Platz in der Rangfolge stehen die Thronoi, die das ‚Erhabene‘ repräsentieren. Die zweite Triade umfasst die ‚Dominationes‘ (Herrschaften), welche die Engel beherrschen, die ‚Principatus‘ (Mächte), die den Willen Gottes unerschütterlich vollziehen und die ‚Potestates‘ (Gewalten), welche ein Sinnbild für die Harmonie im Reich Gottes sind. In der dritten Triade der Engel stehen die ‚Virtutes‘, welche den Anspruch auf Führung durch Gott verkörpern, die Erzengel, welche die Verkünder göttlicher Offenbarung sind, und schließlich die (einfachen) Engel, welche den Menschen am nächsten stehen, und sie beschützen (Schutzengel).

Nach der Lehre der Theosophie, (Theosophische Gesellschaft – gegründet 1875 von Helena Blavatsky und Henry Olcott – beide später zum Buddhismus konvertiert) gibt es sogar noch eine 4. Triade, welche ‚Mensch‘, ‚Tier‘, ‚Pflanze‘ und ‚Stein‘ mit einschließt. In der Anthroposophie (nach Rudolf Steiner) gibt es wieder andere Engelsbezeichnungen: Seraphim, Cherubim, Throne; Kyriotestes (Weltenlenker), Dynameis (Weltenkräfte), Elusiai (Offenbarer) und weitere. Ähnliches finden wir im Lebensbaum der jüdischen Zahlendeutung, bei den Mormonen, im Islam, und auch in der New Age-Bewegung.

Auch von Rachenengeln ist die Rede, welche die Untaten der Menschen bestrafen und von Satan (dem gefallenen Engel, dem Widersprecher und Zweifler Gottes, der von Michael in die Hölle gestürzt wurde) und seiner Engelsgefolgschaft. Wie man sieht, sind die Engel ein fundamentaler Bestandteil vieler Weltreligionen, und nehmen eine wichtige Aufgabe ein: den Kontakt zwischen Menschen und Gott herzustellen und aufrecht zu erhalten.

Engel in der heutigen Zeit

Was von traditionellen Medien (Lexika usw.) heute noch immer mit großer Zurückhaltung behandelt ward – nämlich dass es Engel tatsächlich gibt, ist in der New Age-Bewegung oder der Esoterik seit langem als Tatsache angesehen. Das Thema Engel brachte es sogar (am 23.11.2004, ZDF) in einer Talksendung mit Johannes B. Kerner, zu einer ernsthaften und nicht wenig glaubwürdigen Diskussion mit vier Beteiligten. In dieser Sendung war, neben Alexa Kiele (Engel-Dolmetscherin), Bernhard Jacoby (Sterbeforscher) und Udo Walz (Starfriseur), auch der bekannte Moderator Jürgen Fliege anwesend. Die verblüfften Zuschauer hörten aus dem Munde von Personen der Öffentlichkeit, die offensichtlich keine Anhänger dubioser Sekten waren, dass es Kommunikation mit Engeln durchaus geben kann.

Um den Kontakt mit einem Engel herzustellen, bedarf es eines Mediums. Dies sind Personen, die durch bestimmte, mystische Handlungen in Kontakt mit einem Engel treten können. Einige Medien berichten sogar von Dauerkontakten zu Engeln, die sie stets beschützen, bei ihnen sind und sie wohlmeinend beraten (Schutzengel). In der Katholischen Kirche zählt der Glaube an Engel zwar nicht zu den zentralen theologischen Inhalten, ist jedoch durchaus ein Glaubensbestanteil – begründet durch eine Passage in Matthäus 18,10: „Hütet euch davor, einen dieser Kleinen zu verachten. Denn ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters.“ Daraus wird geschlossen, dass jeder Mensch einen Schutzengel besitt und ist stets bei ihr. Auch ist die Auffassung verbreitet, dass Schutzengel meist verstorbene nahe Verwandte, Freunde oder Bekannte sind.

Im Bereich des Kontakts mit Geistwesen der Jenseitswelt, hat sich in letzten Jahren der Begriff ‚Channeling‘ etabliert. Er leitet sich aus dem Englischen ‚Channel‘ (=Kanal) ab und bezieht sich darauf, eine Passage in die Welt der Toten zu eröffnen, um mit ihnen reden zu können. Channeling ist ein moderner Ausdruck für Kommunikation mittels eines Mediums. Channeling – Botschaften sind zumeist erbauliche, warnende oder ethisch-philosophische Belehrungen sehr unterschiedlicher Güte.

 

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