Hexenverfolgung

Die Rauhnächte und ihre Magie 

Die Hexenverfolgung, die ihren Höhepunkt im Mittelalter erreichte, jedoch bis in die Neuzeit anhielt, ist ein Phänomen, zu dessen Erklärung unterschiedliche Motive herangezogen werden, wobei vermutlich alle von ihnen zu bestimmten Zeiten und an bestimmten Orten zutreffend waren. Eine der geläufigsten Thesen heute ist, dass die Hexenverfolgung dazu diente, sogenannte “Weise Frauen”, die traditionelles Wissen über medizinische Zusammhenhänge und natürliche Heilverfahren besaßen und bewahrten, zu denunzieren und schließlich auch physisch zu vernichten.

Hier wird auch ein Interessenschwerpunkt der Kirchen gesehen, die auf diesem Wege ihre Macht festigen wollte. Das magische Weltbild, das im Volksglauben noch immer eine große Rolle spielte, war als Aber-(d.h.: “Gegen-”)glaube eine Provokation für den durch die Kirche organisierten Glauben. Gleichzeitig spielten aber bei der Hexenverfolgung, auch und nicht zuletzt auf Seiten der Kirche, ganz banale materielle Erwägungen eine Rolle. Und schließlich hatte die Kontrolle über die Menschen durch Angst und Schrecken natürlich auch eindeutig politische und soziale Dimensionen und bot zahlreiche Vorteile.

Befragung und Folter

Mit ersten Prozessen, Urteilen und Hinrichtungen im 14. Jahrhundert begann dieses lange und dunkle Kapitel der Geschichte, das räumlich im Besonderen Teile Deutschlands, der Schweiz, Skandinaviens und später auch Amerikas betraf. 1484 wurde zum ersten Mal der sogenannte “Hexenhammer” veröffentlicht, der zum Standardwerk der Hexenjäger und Inquisitoren wurde. In ihm war ein Fragenkatalog festgehalten, der beim peinlichen (“schmerzlichen” – also mit körperlicher Folter) verbundenem Verhör zum Einsatz kam. Wurde eine Frau als Hexe denunziert, so wurde sie gefangengesetzt, verhört und getestet.

Es gab unterschiedliche Formen, den “Beweis” zu erbringen, dass eine Frau eine Hexe war, die mit den traditionellen Vorstellungen über die Natur der Hexen zusammen hingen. Dazu gehörte etwa die “Wasserprobe”, bei der die Frauen ins Wasser getaucht wurden. Nach allgemeinem Glauben konnten Hexen nicht untergehen. Überlebte die Frau also; konnte dies ein Beweis ihrer Schuld sein. Ähnlich verhielt es sich mit der “Nadelprobe” bei der mit einer feinen Nadel in Muttermale, die als “Hexenmale” galten, gestochen wurde.

Die Hexenverbrennungen

Blutete die Wunde nicht oder kaum, war dies der Beweis, dass die getestete Frau mit dem Teufel im Bunde stand. Unter der Folter wurden die Frauen aufgefordert, andere Hexen zu verraten, wobei man ihnen dafür das Ende der Tortur versprach. So wurden viele Frauen unter Schmerz und aus Angst denunziert. Das Urteil für Hexerei war der Tod. Meist wurde es durch Verbrennen bei lebendigem Leibe vollstreckt. Die vermeintlichen Hexen wurden “der reinigenden Kraft des Feuers übergeben”. Wie viele Opfer die Hexenverfolgung insgesamt forderte, ist nach wie vor umstritten. Man geht heute davon aus, dass es in ganz Europa etwa 40.000 bis 60.000 Menschen waren.

 

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