Hexenkräuter – Mythos, Wirkung und Geschichte

Hexenkräuter - Mythos

Hexenkräuter gehören nach der Überlieferung zu einer Vielzahl von magischen Ritualen. Es handelt sich dabei um Pflanzen, die direkt in die Riten eingebracht wurden. Sie ermöglichten den Hexen, sich mit einer anderen Welt in Verbindung zu setzen. Die Anwendung der Kräuter erfolgte nicht in Form einer Flüssigkeit oder als getrocknete Pflanze. Vielmehr wurden häufig Hexensalben angefertigt, die dann aufgetragen wurden und die Wirkung entfalteten.

Was Hexenkräuter überhaupt sind

Hexensalben und vor allem Hexenkräuter hatten die Aufgabe, Visionen beim Benutzer hervorzurufen. Damit wollten die Hexen Fähigkeiten erlangen, die sie unter normalen Umständen nicht erreichen konnten. Um diese Fähigkeiten oder Zustände zu entwickeln, wurden Pflanzen verwendet wie die Tollkirsche, das Bilsenkraut oder auch der Stechapfel. Dennoch war bereits im Mittelalter nichts mysteriöses an diesen Pflanzen und ihrer Wirkung. Vielmehr wussten die Heilkundigen dieser Zeit durchaus um die Wirkung der Pflanzen.

Bereits der Gelehrte Hyronimus Cardanus erwähnte solche Kräuter in seinen Aufzeichnungen und war sich der Wirkung dieser Kräuter durchaus bewusst. Auch die Dauer der Wirkung war bekannt. In den Aufzeichnungen des Gelehrten finden sich Hinweise, dass einige Mischungen durchaus auch zwei Tage wirken können. Dass Hexensalben nur den Hexen vorbehalten waren, stimmt nach heutigen Erkenntnissen nicht. Vielmehr handelte es sich bei den Kräutern um Rauschmittel, die der armen und niederen Bevölkerung zugänglich waren. Diese nahmen die Hexenkräuter zu unterschiedlichen Anlässen ein, sodass sie ein Ersatz für die weit unerschwinglicheren Rauschmittel der hohen Bevölkerung waren.

Die Entstehung von Mythen

Grundsätzlich sind Hexenkräuter nicht nur Rauschdrogen. Vielmehr könnten nach Meinung einiger Forscher, auch einige moderne Mythen entstanden sein. Diese Mythen können durch die Wirkung bedingt sein, die von den Kärutern ausgeht. Bei den Hexenkräutern handelt es sich um Halluzinogene. Ihre Einnahme verursacht daher Halluzinationen und Träume, die mit der Realität nichts gemeinsam haben. Beispielsweise wurde die Vorstellung der Verwandlung in ein Tier durch die Salben ausgelöst.

In Deutschland war es beispielsweise üblich zu glauben, dass eine Verwandlung in Katzen, Hasen, Eulen, Gänse und viele weitere Tiere stattfinden würde, wenn die Kräuter eingenommen werden. Durch einen Zusatz der Nachtschatten-Drogen veränderte sich die Empfindung der Haut, wodurch die Hexen annahmen, dass Fell oder Federn wachsen würden. Auf diese Weise können auch Erscheinungen wie Werwölfe und Ähnliches erklärt werden. Im Rauschzustand war es möglich, eine Autosuggestion durchzuführen, die diese Visionen sicherlich verstärkten. Solche Visionen und sind auch heute noch bekannt. Einige Drogen, wie beispielsweise das Kokain, können ähnliche oder sogar gleiche Effekte hervorrufen.

Das bedeutet auch, dass die Hexe einzig jene Begebenheiten erlebte, an die sie selbst glaubte. Verstärkt wurden die Empfindungen schließlich auch durch den Umstand, dass die Hautempfindungen durch das Nacktsein verstärkt wurden. Die Hexen zogen sich zur Durchführung der Rituale nackt aus und legten sich dann auf eine Strohunterlage, wodurch die Haut gereizt wird. Der Flug zum „Hexensabbat“ und sexuelle Orgien sowie die Begegnungen mit dem Teufel waren daher nichts weiter als Halluzinationen unter Einfluss der Rauschdrogen. Ob es auch reale Treffen von Hexen gab, wie sie heute vielfach angenommen werden, ist bisher nicht eindeutig belegt. Allerdings spielt dies für die Wirkung der Kräuter keine wirkliche Rolle.

Was bleibt vom Mythos?

Hexenkräuter und Hexensalben sind heutzutage keine üblichen Drogen mehr. Ihre Wirkung wird aber durchaus auch mit modernen Drogen wie LSD oder Kokain erreicht. Was bleibt ist der Mythos von Frauen, die auf ihren Besen fliegen, von Menschen, die sich in Tiere verwandeln und von magischen Ritualen, die auch Töten konnten. Hexenkräuter waren die Drogen der Vergangenheit, die einen Glauben eröffneten, der heutzutage wieder zunehmend gepflegt wird.

 

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