Das Koan

Ein Koan ist Bestandteil des Zen-Buddhismus und beschreibt eine kleine Anekdote, Sentenz oder Erzählung, die von einer beispielhaften Handlung berichtet. Diese Handlung betrifft meist einen Zen-Meister oder in manchen Fällen einen Zen-Schüler. Frühere Formen waren Gespräche zwischen Schüler und Meister, die auf eine bestimmte Lehre abzielten. Koans werden manchmal auch als Meditationsobjekte genutzt.

Erkenntnis des Koans

Oftmals werden den Schülern von ihren Meistern Koans auferlegt, die sie in der Folge während Meditationssitzungen entschlüsseln sollen. Dabei soll die Bedeutung durch die Ruhe der Meditation eruiert werden. Die Interpretation ist sehr oft an eine Art Moral geknüpft, die den Schüler bereichern soll.

Die fünf Koantypen

Es gibt fünf unterschiedliche Arten von Koans. Die Hosshin-Kōans sollen dem Schüler zur erwachten Sicht verhelfen und ihn in der Welt der Natur heimisch werden lassen. Die Kikan-Kōans, kikan ist japanisch für „Hilfsmittel, Werkzeug“, verstärken beim Schüler die Lehre der Nicht-Unterschiedenheit. Dabei wird gelehrt, dass das Ich nicht von den übrigen Entitäten abgegrenzt ist, sondern im Einklang mit der Natur und der Umgebung steht.

Die Gonsen-Kōans, gonsen ist japnisch für „Klärung der Worte“, betreffen den tieferliegenden Sinn der Koans. Sie gehen über die lexikalische Ebene hinaus und erschließen den übertragenen Sinn. Die Nanto-Kōans, nanto ist japanisch für „schwer zu bestehen“, sind im Schwierigkeitsgrad immens hoch. Ein Schüler, der die ersten vier Koans bewältigt hat, wird mit dem Go-i, dem Koan der fünften Stufe, auf die Probe gestellt. Dies ist der Grad der Erleuchtung, also die Frage nach dem Begreifen des Wahren. Mit Hilfe dieser unterschiedlichen Koanformen kann der Schüler in seinem Begreifen geschult werden.

Koans dienen demnach als Verstehenshilfe für die Umwelt, Natur sowie moralische Lehren und ermöglichem dem Schüler ein besseres Verständnis der Vorgänge seines Lebens. Die bekannteste chinesische Sammlung von Koans stammt aus dem 13. Jahrhundert und nennt sich Bi-Yan-Lu. Darin sind sich auch Kommentare enthalten, welche die Koans vertiefen sollen.

 

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