Traumdeutung: Allein

Traumdeutung: Allein

Eigentlich ist die Welt, in der man sich befindet, ganz normal, alles ist bekannt und doch stimmt etwas nicht. Auf der Suche nach dem Fehler läuft man durch die Traumwelt, bis man bemerkt, dass man allein ist. Genau hier liegt der Unterschied zur Realität. Der Träumende findet sich zwar in einer gewohnten Umgebung wieder, sei es der Heimatort, eine vertraute Wohnung oder der Arbeitsplatz, aber er ist völlig einsam. Niemand begegnet ihm auf der Erkundungsreise durch die Traumwelt und es scheinen keine anderen Menschen zu existieren.

Die fehlende Anwesenheit anderer Menschen verzerrt das eigentlich unauffällige Weltbild im Traum. Obwohl alles an seinem angestammten Platz steht und auch genauso aussieht wie im realen Leben, wirkt die Situation grotesk. Das unangenehme Gefühl von der ganzen Welt verlassen worden zu sein befällt den Träumenden, der sich oft in nun einsame Kindheitserinnerungen träumt. Da stellt sich die Frage, weshalb wurde der Träumende von jeder Menschenseele verlassen? Was möchte das Unterbewusstsein mitteilen?

Wer davon träumt, alleine zu sein und sich im Traum verlassen fühlt, knabbert wohl daran, dass er bestimmte Persönlichkeitsmerkmale und damit verbundene Seelenteile unterdrückt. Ein bestimmter Charakterzug, der früher zum Alltag gehörte, wurde ob bewusst oder unbewusst mit der Zeit immer weiter unterdrückt, bis er gar nicht mehr zum Vorschein kam. Jetzt versucht das Unterbewusstsein durch den Traumaspekt des Allein-seins darauf aufmerksam zu machen und den Charakterzug wieder an die Oberfläche zu tragen.

Ein solcher Traum kann dadurch ausgelöst werden, dass der Träumende kurz zuvor einem Menschen aus seiner Vergangenheit begegnete, Musik hörte, die ihn an früher erinnerte, oder alte Fotos durchgesehen hat. In der Regel geht also eine wie auch immer geartete Beschäftigung mit der Vergangenheit einem Traum der Einsamkeit voraus.

Welche Seelenaspekte unterdrückt wurden und ob es ratsam ist, diese wieder an die Oberfläche zu holen, kann der Träumende nach dem Aufwachen entscheiden. Möglicherweise hatte er ja einen triftigen Grund die Unruhe stiftenden Persönlichkeitsmerkmale zu unterdrücken, aber vielleicht geschah dies auch durch eine unbewusste Veränderung des Charakters.

 

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