Atmet unsere Erde? Die Gaiahypothese

Atmet unsere Erde? Die Gaiahypothese

Wer behauptet, die Erde atmet, impliziert, dass sie ein Lebewesen ist. Viele Mystiker ziehen gerne die Atmung heran, um unseren Planeten als eine Art Makrolebewesen zu definieren.

Bereits im 17. Jahrhundert stellte der italienische Mathematiker und Physiker Evangelista Torricelli Beobachtungen an, die regelmäßige Auf- und Abbewegungen des Luftdrucks aufzeigten. Diese sogenannten „atmosphärischen Gezeiten“ brachten sogar Goethe dazu, von der Ein- und Ausatmung der Erde zu sprechen. Bei Menschen hebt und senkt sich beim Atmen der Brustkorb und Satellitenmessungen zeigten, dass auch die Kontinentalplatten sich in regelmäßigen Abständen heben und senken, etwa um 80 cm.

Gaia – ein evolvierendes System

James Lovelock stellte schließlich die Gaiahypothese auf. Mit Gaia bezeichnet er ein evolvierendes System, die Erde. Ein großes physiologisches Gefüge, dass Stoffwechsel und Temperatur eigenständig regelt. Gaia besteht laut Lovelock aus seiner Oberfläche und allem was lebendig ist. Es handelt sich um ein System, welches sich aus der Evolution der Umwelt und der Organismen entwickelt hat. So nehmen beispielsweise Lebewesen Wasser, Nahrung, Mineralstoffe und Energie auf und geben sie in anderer Form wieder an ihre Umgebung ab.

Pflanzen sind so beispielsweise in der Lage Sonnenlicht, Wasser und Kohlendioxid in organische Substanz, Sauerstoff und Zucker zu verwandeln. Wir Menschen wiederum und auch die Tiere, atmen Sauerstoff ein und wandeln ihn zu Kohlendioxid um. Lovelock war der Meinung, dass auch langfristige Erdprozesse nach demselben Prinzip vonstatten gehen würden. So beschrieb er zum Beispiel, wie Landpflanzen und Bakterien durch ihre Atmung die Verwitterung von Gestein maßgeblich beschleunigen würden.

Der Prozess der Erdatmung

Durch die freigesetzten Säuren sammelt sich am Boden CO2. Über Auswaschung gelangen die Carbonate ins Meer und bauen sich dort in Meeresorganismen und deren Kalkschale ein. Wenn diese tot sind, sinken sie zu Boden und wandern durch die Erdplattenverschiebung ins Erdinnere, wo das CO2 geschmolzen und im Magma aufgelöst wird. Die Erde atmet also ein. Durch Tektonik und Vulkane gelangt das CO2 nach einiger Zeit wieder in die Erdatmosphäre. Die Erde atmet also wieder aus.

 

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