Psychokinese – der ganz normale Spuk?

Psychokinese - der ganz normale Spuk?

Sind Erscheinungen wie Telepathie (Empfang von Gedanken anderer Personen) oder Hellsicht (das Spüren entfernter, gegenständlicher Ereignisse) noch zu den halbwegs “zahmen” Phänomenen zu zählen, geraten wir bei der Psychokinese (Beeinflussen von Gegenständen durch Gedankenkraft) schon auf schwierigeres Terrain.

Kann man Berichten über solche Ereignisse Glauben schenken? Dass es klopft und poltert, dass sich (teilweise schwere) Gegenstände bewegen, dass Glas zu Bruch geht oder Metall sich biegt Ernstzunehmende Wissenschaftler, die um den exponierten Ruf der PSI-Forschung in der Öffentlichkeit bemüht sind, haben sich mit aller Vorsicht und einem großen Maß an Zweifel daran gemacht, solche Berichte zu überprüfen. Sie machen nur etwa 3 Prozent aller gemeldeten Fälle von PSI-Phänomen aus, sind dabei aber den Forschern die ‘liebsten Kinder’, denn sie sind leichter erfassbar als entsprechende Berichte über ASW.

Bei letzteren geht es häufig um Überlieferungen, zu denen ausgedehnte Recherchen erforderlich sind, um eine Objektivierung zu gestatten, während Psychokinese-Phänomene in methodischer und physikalischer Hinsicht sehr viel leichter zu dokumentieren sind.

Was ist Psychokinese?

Diese Frage kann man versuchen auf zweierlei Arten zu beantworten. Die einfachere ist schnell erledigt: es handelt sich um die physikalische Beeinflussung von materiellen Gegenständen, ohne dass eine sicht- oder im landläufigen Sinne erklärbare physikalische Kraft beteiligt ist. Es reicht von den berühmten Klopfgeräuschen, über Levitation (Schweben), Zerbrechen, Verformen, Verschwinden und Wiederauftauchen von Gegenständen, bis hin zu völlig rätselhaften Dingen wie Steinregen (sogar in geschlossenen Räumen), spontanem Verbrennen und ähnlichem mehr.

Es gibt zahlreiche Berichte über solche Phänomene, einige davon durchaus glaubwürdig, doch da die PSI-Forschung sich selbst stets überaus kritische Maßstäbe anlegt, sei hier beigefügt, dass auch dieser Artikel sich um kritischen Abstand bemüht.Der zweite Versuch einer Beantwortung gestaltet sich weitaus schwieriger. Wenn wir einmal hypothetisch davon ausgingen, dass psychokinetische Phänomene tatsächlich existent wären, fehlt bis heute jeglicher Hinweis auf die Natur der Kräfte, die dort am Walten sind. Sie nicht zu kennen bedeutet nicht, dass sie deswegen automatisch in die Abteilung ‘Hexerei und Magie’, oder gar in religiös verklärte Bereiche gehörten, in denen von Gott, Satan oder Dämonen die Rede ist.

In Zeiten wie unseren, in denen einstmals ‘exakte’ Wissenschaften wie Physik oder Mathematik in Bereiche vordringen, in denen immer mehr Anknüpfungspunkte zur Philosophie auftauchen, wird es denkbar, dass wir eines Tages in der subatomaren Welt oder der Quantenphysik fündig werden. Es gibt Teilchen, deren Art und Eigenschaften so rätselhaft sind, dass man nicht zu Unrecht darüber spekulieren könnte, ob sie nicht vielleicht Träger oder gar Verursacher bestimmter Phänomene sein könnten, die wir heute noch als ‘Magie’ bezeichnen würden.

Drei (mögliche) Fälle von Psychokinese

Wovon reden wir hier überhaupt? Es geht darum, ob es in einer uns heute noch nicht bekannten Sphäre (früher gern ‘Äther’ genannt), Kräfte geben könnte, die in der Lage sind, ‘Echos’ gegenständlicher Ereignisse zu transportieren, um anderswo wiederum gewisse Ereignisse auszulösen. Die bloße Spekulation mutet beinahe etwas dümmlich an, setzt man sie jedoch in Zusammenhang mit Ereignissen, von denen berichtet wurde, gerät sie in ein anderes Licht.

Schon oft hat man davon gehört, dass der Tod von Lebewesen (Mensch oder Tier) andernorts gegenständliche Phänomene ausgelöst haben soll. Professer B. Rhine, der berühmte Parapsychologie von der Duke-Universität, der in den 30er Jahren die bekannten fünf Kartenmotive erfand (Würfel, Kreis, Welle, Stern und Kreuz, nach denen heute noch ASW-Fähigkeiten getestet werden), berichtet von folgendem Fall: Eine Familie in Nevada saß Sonntags miteinander beim Frühstück. Frau N. hatte vier Wochen zuvor von ihrem Sohn Frank eine schöne Kristallschale geschenkt bekommen, die nun auf ihrer Kommode stand. Frank war seit zwei Tagen unterwegs, um Windpockenmedizin für die jüngeren Kinder zu holen.

Plötzlich zerbarst die Schale in zwei Teile und Franks Mutter sprang auf und schrie: ‘Mein Gott, Frank ist tot!’. Tatsächlich war, wie sich am nächsten Tag herausstellte, Frank bei einem Unfall mit einem versehentlich geladenen Gewehr ums Leben gekommen. Das Besondere an dieser Geschichte ist, dass sie eigentlich nichts Besonderes enthält (abgesehen natürlich von dem bedauerlichen Todesfall.) Von solchen Geschichten hat man schon zahllose Male gehört, es sollen Gegenstände zu Bruch gegangen oder Uhren stehen geblieben sein, Möbel bewegten sich, Glas zersprang und ähnliches mehr.

Zu Recht kann man argwöhnen, dass all diese Fälle nur durch Hörensagen überliefert sind, und nicht wirklich wahr sein müssen. Doch allein die Masse dieser Berichte, stets von der gleichen Art, sollte uns zu denken geben – in unserem Fall wurde sie sogar von einem berühmten Parapsychologen überliefert, der seinen Bericht gründlich recherchiert und die Zeugenaussagen überprüft hat.

Zwei weitere Fälle

Es sei mir hier gestattet, zunächst auf zwei Fälle aus eigener Kenntnis zurückzugreifen, die nur einen sehr kurzen Weg der Überlieferung hinter sich haben, wo also die Gefahr der Verfälschung durch Hörensagen ausgesprochen gering ist (es sei denn, man bezichtigt mich selbst der Falschaussage). Der erste ist ein Bericht, der mir direkt aus erster Hand zu Ohren kam.

Er betrifft den Tod eines mir bekannten Journalisten und Fotografen, der beim (erfolgreichen) Versuch, seine beiden Kinder aus der Brandung an einem italienischen Badeort zu retten, ums Leben kam – am Strand liegend, die Lungen voller Wasser, ertrank er tragisch, nachdem er das schon rettende Ufer erreicht hatte. Der Moment seines Todes allerdings scheint ein ungeahntes Echo hervorgerufen zu haben.

Er betrieb nämlich zusammen mit einem Kollegen, der zu dieser Zeit mein Chefredakteur war, ein Fotostudio in gemieteten Münchner Kellerraum am Ostbahnhof. Mein Chefredakteur berichtete mir, dass an diesem Todestag seines Freundes, sämtliche fotografischen Apparaturen des Verstorbenen, (Beleuchtung und deren Stromversorgung, Akkus, Fotogeräte usw.) völlig ‘durchgedreht’ wären – es gab Kurzschlüsse, Stative brachen zusammen, ein Akku explodierte.

Ein weiteres, nicht ganz gewöhnliches Ereignis widerfuhr mir vor Kurzem selbst: Ich saß in meinem Büro (das in einem Wintergarten liegt) und arbeitete, als plötzlich von außen mit einem lauten Schlag ein Vogel (heftig) gegen eine der großen Schreiben prallte, seitlich ins Gebüsch stürzte und eine volle halbe Minute herzzerreißend schrie, ehe er verstummte (starb?). Kaum eine Sekunde nach seinem letzten, kläglichen Schrei polterte in meinem Wintergarten-Büro meine Wanduhr, die in zwei Metern Höhe an einer Holzverkleidung aufgehängt war, zu Boden. Es war eine einfache Plastikuhr mit Batterie – sie funktioniert noch, aber die Batterie war herausgefallen, und sie somit stehen geblieben. Noch minutenlang nach diesem Ereignis pochte mein Herz wie wild.

Ich will keinesfalls behaupten, dass einer dieser beiden Fälle auch nur im Entferntesten ein Beweis für Psychokinese darstellt. Ulkige Zufälle gibt es jeden Tag auf dieser Welt, millionenfach. Dennoch: Wenn man näher überlegt, können sie einen nachdenklich stimmen. Wiewohl keinerlei Beweise für die Ereignisse mit den Fotoapparaturen vorliegen, habe ich auch keinen Anlass, an den Worten meines damaligen Chefredakteurs zu zweifeln. Ich habe nie vorher oder danach von ihm irgendeine weitere Andeutung über besondere Phänomene vernommen, könnte also nicht sagen, dass der Mann einen ‘Spleen’ für so etwas gehabt hätte.

Was meinen Vogel angeht, muss ich hinzufügen, dass ich zwei Tage später, bei Gartenarbeiten, seine Leiche nicht finden konnte, ich also nicht einmal behaupten kann, er wäre wirklich gestorben. Seine kläglichen, schmerzvollen und leiser werdenden Schreie klangen jedoch ganz danach. Warum fiel die Uhr von der Wand? Wie kam meine Plastikuhr, die seit Jahr und Tag dort oben hing (etwa 1,5 Meter vom Aufschlagsort entfernt) dazu, ausgerecht in diesem einen Augenblick dort herunter zu fallen – es war wirklich eine Sekunde nach dem letzten, sehr leise gewordenen Schrei des Vogels – um dann auch noch bedeutsamerweise zu ticken aufzuhören?

Vögel sind bekanntlich sehr leicht, ein Fink oder ein Spatz wiegt ein paar Gramm; ich kann mir nicht vorstellen, dass der Aufschlag mein Haus so sehr erschüttert hätte, dass der Absturz der Uhr physikalisch zu begründen wäre. War es vielleicht tatsächlich so, dass der Tod des armen Tieres ein Echo in einer unnennbaren Sphäre hinterließ, welches dann – in unmittelbarer Nähe – wieder auf die physikalische Welt einwirkte? Ich weiß es nicht. Zugegebenermaßen behagt es mir nicht, hier eine Behauptung aufzustellen, und so lasse ich es lieber dabei, das Ganze als Zufall zu bezeichnen.

Wenn mir in meinem Leben jedoch so etwas noch einmal passieren sollte, nämlich dass sich im Fall eines nahen Todes eine Uhr verselbständigt und zu ticken aufhört, werde ich mich gewiss an meinen Vogelerinnern. Und wenn es ein drittes, ein viertes oder ein fünftes Mal geschieht, könnte es sein, dass ich nicht mehr so leicht bereit bin, alles als Zufall zu bezeichnen. Es ist die sehr begrüßenswerte Methodik der Parapsychologie, der auch ich mich anhängen will, dass man versucht, eine empirische Beweisführung aus einer möglichst großen Menge von glaubhaften Berichten abzuleiten. Aus diesem Grunde werden wir hier in den nächsten Folgen von weiteren, bemerkenswerten Fällen hören.

 

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