Die Vier-Elemente-Lehre

Die Vier-Elemente-Lehre

Die Theorie von den vier Grundelementen, gemeinhin als Vier-Elemente-Lehre bekannt, fußt auf einer jahrtausendealten Tradition. Ihr exakter Ursprung ist kaum zu bestimmen, doch die Elementen-Lehre spielte vor allem im griechischen Altertum eine prominente Rolle. Auch die Alchemisten des Mittelalters befassten sich intensiv mit den Grundelementen Feuer, Wasser, Luft und Erde, und sogar bis in die Neuzeit besitzen die spirituellen Aspekte dieser Theorie eine wichtige Bedeutung.

Doch beginnen wir chronologisch korrekt mit den Griechen und ihren Theorien zur Vier-Elemente-Lehre: So vertrat zum Beispiel Thales von Milet im fünften Jahrhundert vor Christus die Ansicht, dass Wasser das Ur-Element sei. Seine Begründung: Wasser sei mengenmäßig in der Welt nun einmal am meisten vorhanden.

Der Philosoph und Naturwissenschaftler, der vor allem für seine Erkenntnisse in der Geometrie („Satz des Thales“) bekannt ist, ließ auch das Feld der Astronomie nicht unangetastet: Er ging davon aus, dass die Erde eine auf Wasser schwimmende Scheibe sei. Der Himmel hatte nach Thales‘ Auffassung die Form einer Halbkugel und bestand – Sie erraten es – aus Wasser. Anaximenes, zur selben Zeit wie Thales in Milet beheimatet, widersprach seinem Astronomiekollegen: Die Luft sei der Urstoff des Universums. Wasser und Erde würden schließlich durch die Kompression von Luft geformt.

Die Grundelemente nach Empedokles

Von den griechischen Philosophen und (Natur-)Wissenschaftlern wird jedoch vor allem Empedokles mit der Vier-Elemente-Lehre verbunden. Denn er war der erste, der Feuer, Wasser, Luft und Erde als unveränderliche Grundelemente verstand. Und wann immer wir uns mit den Theorien und Erkenntnissen der antiken Griechen beschäftigen, sollte uns bewusst sein: Eine klare Trennung der Wissenschaftsfelder, wie wir sie heute kennen, fand damals noch nicht statt. Vielmehr ging man von einem möglichst universellen Wissens- und Bildungsanspruch aus, der Körper, Geist und Seele gleichermaßen formen sollte.

So ist wohl auch zu erklären, dass die Vier-Elemente-Lehre bald auch in psychologischen Überlegungen zur Grundlage wurde. Ausgehend nämlich von der Theorie der Elemente entwickelten die Griechen die Temperamentenlehre, die sich auf vier Typen stützt: Phlegmatiker, Sanguiniker, Choleriker sowie Melancholiker.
Parallelen zur Vier-Elemente-Lehre sind auch bei der Lehre des Enneagramms auszumachen, die gemeinhin der Esoterik zugeordnet wird. Auf dieser basiert die Vorstellung, dass alle Menschen mehr oder weniger eindeutig einem von neun (vgl. „ennea“; altgriechisch für „neun“) Charaktertypen zugeordnet werden können. Eine ähnliche Theorie hat auch Freud-Schüler Carl Gustav Jung in seinem Werk „Psychologische Typen“ entwickelt. Esoteriker wie beispielsweise Rudolf Steiner verwendeten die Vier-Elemente-Lehre in abgewandelter Form.

Interessant ist zudem der Vergleich mit der chinesischen Fünf-Elemente-Lehre, die von folgenden Stoffen ausging: Holz, Feuer, Metall, Wasser und Erde. Sie spielen unter anderem eine wichtige Rolle im Qigong, Shiatsu sowie in der chinesischen Kampfkunsttradition. Auch die Traditionelle chinesische Medizin (TCM) baut auf demselben Verständnis der Elemente auf.

 

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