Der König des Waldes – Der Mammutbaum

Aus der slawischen Mythologie stamm die Märchengestalt Baba Jaga, die vor allem in Ländern mit größtenteils slawischer Bevölkerung (also etwa Polen, Tschechien, Slowakei, auf dem Balkan, Bulgarien, Ukraine, Weißrussland, Russland) verbreitet ist. Baba bezeichnet dabei eine alte Frau oder eine Großmutter und Jaga ist die Abkürzung des Vornamen Jadwiga.

Andere Formen des Namens sind Baba Roga, Baba Zima und Ježibaba, die regional vorkommen. Die Baba Jaga ähnelt in etwa der Hexe in den mittel- und westeuropäischen Märchen, es gibt jedoch auch andere Interpretationen und Deutungen, die in der Baba Jaga die Muttergöttin erkennen.

Andere Deutungen der Baba Jaga

Die Baba Jaga ähnelt ebenfalls der slawischen Waldfrau, die jedoch in der Regel jung ist, aber ebenfalls als unberechenbar und gefährlich bekannt ist. Die Baba Jaga könnte eine gealterte und durch Zauberei und Einsamkeit verrückt gewordene Waldfrau darstellen.

In anderen Deutungen ist die Baba Jaga das dritte Mitglied der dreifaltigen Göttin, die aus Mutter, Jungfrau und altem Weib besteht. Als Aspekt des alten Weibs ist sie für Tod und Wiedergeburt zuständig. In der Deutung als Hexe wird die Baba Jaga als Kennerin der Kräuterkunde und der Heilkunde betrachtet, die große Kraft und Magie sowie Wissen auf sich vereint und dadurch mächtig und gefährlich ist.

Veränderung über die Zeit

Das Bild der Baba Jaga hat über die Jahrhunderte und Jahrtausende starke Veränderungen erfahren. In alten Märchen lebte sie häufig an einen festen Ort, ihre Hütte, gebunden in einem Tal. Ihre Fähigkeit zur Magie ist an diesen Ort gebunden. Später konnte sie sich sehr schnell und relativ frei bewegen.

Mit der Christianisierung wurde das Bild der Baba Jaga zunehmend böser und ihr wurden schlechte Eigenschaften sowie ein Pakt mit dem Teufel angedichtet. Ähnlich wie die Hexen wurde sie immer häufiger mit einem Besen sowie mit einer schwarzen Katze dargestellt – in Bildern wie auch in Erzählungen. Dann ähnelt das Bild der Baba Jaga wohl am meisten dem der Hexe in Märchen wie Hensel und Gretel, einer abgrundtief hässlichen und bösartigen Frau.

Behausung auf Hühnerbeinen

Die Hütte der Baba Jaga wird häufig als auf „Hühnerbeinen“ stehend dargestellt. Das heißt, die Holzhütte steht auf dünnen Holzbalken mit vogelkrallenähnlichen Stützen am Boden. In ihrer Hütte hat sie einen Ofen und ihr wird nachgesagt, dass sie Menschen isst sowie, dass sie die Seelen der Sterbenden verfolgt und zu sich holt. Sie tritt dann als Wesen auf, das problemlos seine Gestalt ändern kann und dem Teufel Untertan ist sowie für ihn als Seelenfängerin auf Jagd geht.

Im Christentum wurde dies besonders hervorgehoben, um den Kampf des guten und treuen Christen und der hinterlistigen und mit allen Tricks und Versuchungen arbeitenden Hexe darzustellen. Mit der Illusion einer hilflosen alten Frau versucht sie ihn dazu zu verleiten, ihr gutgläubig zu helfen, um ihn dann anzuspringen und zu Tode zu hetzen. Oder sie gibt sich als junge, schöne Frau, die versucht ihn zu verführen.

 

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