Naturgeister und ihre Aufgaben

Eine Banshee ist eine weibliche Gestalt aus der keltischen und irischen Mythologie und sie gilt als die Verkünderin des nahenden Todes und Botschafterin aus der Unterwelt. Ihr Name bedeutet so viel wie “Frau aus den Hügeln” oder “Frau aus dem Feenreich”. Der Legende nach ist sie eine Geisterfrau oder Fee, die zu weinen und zu klagen beginnt, wenn jemand im Begriff zu sterben ist.

Sie setzt sich dann – stets allein – vor das Fenster der jeweiligen Familie, in der der Todesfall auftritt. Es wird gesagt, dass jede alteingesessene irische Familie eine Banshee hat, bei der sie erscheint, sogar wenn das Todesopfer selbst in der Ferne lebt und die Kunde des bevorstehenden Ablebens die in Irland verbliebene Familie bis dahin noch gar nicht erreicht hat.

Klagelied für gälische Ur-Familien

Der Mythos besagt, dass eine Banshee nur beim bevorstehenden Tode in einer der alteingesessenen gälischen Ur-Familien ihr Klagelied erhebt. Dies sind die O’Gradys, die O’Neills, die Ó Longs, die McCnaimhíns, die Ó Briains, die Ó Conchobhairs und die Caomhánachs. Über die Jahrhunderte sind durch Heirat und Durchmischung allerdings weitere Familien hinzugekommen. Obwohl in der Regel nur eine Banshee weint, gibt es auch Erzählungen, die von der Zusammenkunft vieler Banshees berichten, wenn eine große und weithin bekannte Person im Begriff ist zu sterben. Je mehr Banshees, desto bedeutender war diese Person zu Lebzeiten.

Verschiedene Erscheinungsformen

Eine Banshee kann in verschiedenen Formen erscheinen. So wird teilweise berichtet, dass sie als altes, hässliches Weib vor dem Tod einer Person auftaucht und klagt. Andere Berichte besagen, dass sie in Form einer würdigen alten Dame, einer Matrone oder in Gestalt einer schönen, jungen Frau vor dem Ableben auftritt. In vielen Erzählungen wäscht die Banshee die blutgetränkte Kleidung oder Rüstung des Sterbenden. Manchmal tritt sie auch in Form eines Tieres in Erscheinung. So wird zum Beispiel von Erscheinungen als Krähe, Hase, Hermelin oder Wiesel berichtet.

Schrei oder Gesang?

Auch über die Art der Lautäußerung herrscht Uneinigkeit. So wird teilweise von einem auch für die Ohren angenehmen Klagelied berichtet, während andere von einem furchterregenden Schreien oder Kreischen berichten. Der Ton ist zwischen dem Heulen einer Frau und dem Schreien einer Eule anzusiedeln. Je nachdem wird auch davon berichtet, dass der Schrei denjenigen, der ihn hört, augenblicklich verrückt macht, während andere ihn auch als angenehm und tröstend beschreiben.

Es wird vermutet, dass der vernommene Schreib auch tatsächlich von einer Eule stammen könnte, die in Irland heimisch ist und Schreie ähnlich der vernommenen ausstößt. Vermutlich sind die vernommenen Lieder und Schreie auf Grund ihrer Verschiedenheit auch auf unterschiedliche Quellen und natürliche Phänomene zurück zu führen. Zum Teil entspringen sie wohl der Phantasie der Trauernden, die sich in einem besonderen Bewusstseinszustand befinden, wenn einer ihrer nahen Angehörigen im Sterben liegt.

 

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