Achtsamkeit als Prinzip

Achtsamkeit als Prinzip

Das Wort „Achtsamkeit“ mag in vielen Ohren altmodisch klingen. Das dahinterstehende Prinzip ist aber weder modern noch unmodern, es ist universell und damit unabhängig von Raum und Zeit. Unter Achtsamkeit versteht man eine besondere Form der Aufmerksamkeit, die man in etwa als das Gegenteil von Konzentration beschreiben könnte: Die Konzentration verengt das Blickfeld auf einen bestimmten Aspekt des Lebens oder unserer Umgebung. Achtsamkeit hingegen weitet es für die Wahrnehmung des Augenblicks in all seinen Facetten, Ausprägungen, Erscheinungsformen und Details. Sie bedeutet die Bewusstheit über den Moment, die ein Bewusst-Sein im Moment erst ermöglicht.

Verflechtungen

Ein achtsamer Geist erlebt die Welt in ihrer Fülle und in ihren Verflechtungen und Bedingtheiten. Was wiederum bedeutet, dass er sich selbst innerhalb dieses Geflechts wahrnimmt und seine Verstrickung in das ihn umgebende Geschehen des Augenblicks und über diesen hinaus.

Ein achtsamer Mensch erkennt nicht nur das Prinzip von Ursache und Wirkung, er versteht es auch und ist sich seiner Präsenz bewusst, ist bereit und fähig, seine persönliche Rolle in diesem Kontext nicht nur zu erkennen, sondern sie anzuerkennen und entsprechend zu handeln. Das Prinzip der Achtsamkeit selbst ist wie eine geschlossene Kette zu verstehen: Achtsamkeit bedingt Wahrnehmung, Wahrnehmung führt zu Erkenntnis, Erkenntnis ist verbunden mit Verantwortung, Verantwortung bedeutet Respekt, Respekt bedeutet (Be-)Achtung und daraus wiederum folgt Achtsamkeit – der Kreis ist geschlossen.

Mehr als sozial

Achtsamkeit geht in diesem Sinne weit über rein soziales Handeln hinaus, allerdings ist soziales Handeln einer der Bereiche, in denen sich Achtsamkeit am deutlichsten bemerkbar macht und ausdrückt. Wie alle universellen Prinzipien ist auch Achtsamkeit nicht teilbar. Wie sehr ein Mensch das Prinzip verstanden hat und in der Lage ist, es zu leben, zeigt sich am deutlichsten in seinem sozialen Verhalten. Wer in seinem Umgang mit anderen Menschen Unterschiede macht, die einen den anderen vorzieht, muss ebenso noch an seinem Verständnis arbeiten wie jemand, der glaubt, sich als ein Teil der Natur über andere ihrer Teile erheben zu können.

 

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