Fluchtafeln – der Zauber der Antike

Fluchtafeln - der Zauber der Antike

In der Antike stellten Fluchtafeln eine weitverbreitete Form des Schadenszaubers dar. Die Tafeln sind in der Regel mit Inschriften versehen und dienen dazu, andere Lebewesen zu beeinflussen, ihnen geistig oder körperlich zu schaden oder sie gar zu töten. Die Tafel bzw. der darauf dargestellte Fluch wurde dann der entsprechenden Gottheit anvertraut, die den Fluch vollziehen würde. Meist wurden die Tafeln dann an entsprechenden Orten vergraben, wie etwa Tempeln oder in Gräbern. Die Gründe für die Herstellung von Fluchtafeln waren meist sehr profaner Natur. So gab es Flüche im Geschäftsleben, für den Ausgang von Wagenrennen oder gegen einen Rivalen in der Partnerschaft.

Verbreitung

Fluchtafeln waren im größten Teil der antiken Mittelmeerwelt in Gebrauch. Da sich die dortigen Kulturen gegenseitig beeinflussten, hat sich die Praxis der Fluchtafeln dort ganz besonders verbreitet. Der Glauben an Flüche und Verwünschungen hat sich bis in die Neuzeit gehalten. So fielen Tausende von Frauen im Zuge der Hexenverbrennung dem Glauben an diese Form des Fluches zum Opfer. Schon in der Antike standen diese magischen Praktiken zum Teil schon unter Strafe. Allerdings in den meisten Fällen nur dann, wenn es durch die Anwendung magsicher Mittel wie etwa eines Gift- oder Zaubertranks zu Todesfällen kam.

Die Herstellung von Fluchtafeln

Für die Herstellung einer Fluchtafel wurde in der Regel Blei verwendet. Dieses wurde auf eine glatte Oberfläche gegossen und dann auf die gewünsche Größe getrieben. Es gibt aber auch Tafeln, die aus Wachs, Muscheln oder Papyrus hergestellt wurden. Neben den Tafeln existieren aber auch menschliche Figuren aus Wachs, Blei oder Ton. Um hier Schaden zuzufügen, durchbohrte man die Figuren mit Nägeln, fesselte sie oder fügte ihnen Verstümmelungen zu. Die meisten gefundenen Fluchtafeln wurden in griechischer oder lateinischer Sprache geschrieben.

Das Fluchritual

Die meisten Fluchtafeln wurden mit dem Namen des Verfluchten besprochen und beschriftet. Dann versteckte man sie an einem Ort, den die Umsetzung des Fluches unterstützen sollte. Oft waren die Tafeln auch mit entsprechenden Zeichnungen versehen. Mit der Zeit entwickelten sich regelrechte Fluchtexte und wiederkehrende rituelle Formeln.

 

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