Der Mythos von Isis und Osiris (2/3)

Der Mythos von Isis und Osiris (2/3)

Königin Astrate und Isis – Die letzte Verbindung zu Osiris

Das Königspaar von Byblos, König Malkander und Königin Astrate, sahen den wunderschönen Wuchs des Stammes und der Äste und befahlen, den Baum in ihren Palast zu bringen, um ihn dort als Säule zu verwenden.
Als die immer noch trauernde Isis davon hörte, erkannte sie sofort, dass sich in diesem magischen Baum der Leichnam ihres Mannes befinden musste und reiste entlang des Nils an die Stelle, an der er gestanden hatte. Dort wartete sie einen ganzen Tag auf die Dienerinnen der Königin Astrate und freundete sich mit ihnen an.

Sie lehrte ihnen, sich ihr Haar zu flechten und verlieh den Zöpfen der Mädchen mit einem magischen Hauch einen zarten Duft. Als diese in den Palast ihrer Herrin zurückkehrten und ihr von der neuen Freundin berichteten, ließ Astrate nach Isis schicken. Da auch die Königin von ihrer süßen Persönlichkeit vereinnahmt war, bot sie Isis eine Stelle als Kindermädchen an, die diese dankend antrat. Während sie am Tage den Sohn der Königin hütete, beweinte sie in der Nacht den Tod ihres Mannes an der aufgestellten Baumsäule.

Unsterblichkeit durch einen Zauber

Nach einiger Zeit im Palast begann die Ägypterin jedoch, das Kind zu lieben und so wurde das Band zwischen ihr und ihrem Schützling so stark, dass sie sich entschloss, ihn mit Hilfe eines Zaubers unsterblich zu machen. Sie setzte ihren Plan in einer dunklen Nacht in die Tat um, indem sie heimlich ein Feuer machte und den Körper des Kindes verbrannte. Dann verwandelte sie sich in eine Schwalbe und flog um das Feuer herum. Angelockt von den befremdlichen Geräuschen hatte die Astrate die Szene jedoch beobachtet und einen Wehschrei ausgestoßen, als sie ihr Kind im Feuer liegen sah. Sogleich nahm Isis wieder ihre Menschengestalt an und der Zauber wurde gebrochen. Im selben Augenblick erkannte Astrate, was sie getan hatte und flehte Isis um Verzeihung an.

Diese war bereit, der Königin zu vergeben, wenn diese ihr den Leichnam ihres Mannes aushändigen würde.
Am nächsten Tag konnte sie endlich den in der Säule verborgenen Sarkophag in Empfang nehmen und als sie ihn öffnete und in das starre Gesicht von Osiris blickte, hatte sie bittere Gewissheit. Noch am selben Tag machte sie sich auf die Heimreise nach Ägypten, um ihrem Mann dort seine Bestattung zu geben.

 

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