Die alten Kulturen – Die Inuit

Die alten Kulturen – Die Inuit

Sicher kennen Sie das faszinierende Buch oder den Film „ Fräulein Smillas Gespür für Schnee“, der sich um einen Inuit-Jungen dreht, der vom Dach fällt. Smilla Jaspersen, die Tochter einer Inuit und eines dänischen Arztes begibt sich auf die Suche nach Beweismaterial, dass es sich um einen Mord handelte.

Was nun – Eskimo oder Inuit?

Hoch im Norden leben sie – die Inuit. Als Inuit bezeichnen sich die indigenen Volksgruppen, die im arktischen Zentral- und Nordostkanada sowie auf Grönland leben. Die Bezeichnung Eskimo wird als Oberbegriff benutzt, der auch die entfernter verwandten arktischen Volksgruppen der Yupik und der Aleuten umfasst. Die Inuit selbst schätzen es übrigens nicht, wenn sie als Eskimos bezeichnet werden. Übersetzt heißt das „die, die rohes Fleisch essen“. Inuit dagegen heißt ganz einfach „Mensch“. Die Sprache der Inuit ist Inuktitut (Nordostkanada und Grönland) und Inuinnaqtun (arktisches Zentralkanada).

Wie leben und lebten die Inuit?

In den 50iger Jahres des letzten Jahrhunderts wurden sie sesshaft. Seither leben sie in festen Häusern, benutzen Motorboote und Elektroschlitten. Vorher waren sie Jäger und Fischer und als Nomaden unterwegs. Im Wasser nutzten sie zur Fortbewegung Kajaks, auf dem Land von Schlittenhunden gezogene Schlitten. Entgegen der weit verbreiteten Meinung bildeten Iglus, also Schneehäuser, nicht die typische Winterbehausung der Inuit. Die Iglus wurden bei Bedarf auf Reisen gebaut. Im Winter lebten die meisten in Camps als Familiengruppen. Es wurden sogenannte Qarmait, also Erdhütten aus unterschiedlichen Materialien gebaut. Dazu wurde zunächst eine Vertiefung im Boden angelegt und ein überdachender Rahmen aufgebaut, bevor mit Walknochen, Treibholz, niedrigem Gestrüpp, Gras und anderen Materialien weiter ausgebaut wurde. Im Sommer wurde in Zelten aus zusammengenähten Tierhäuten gelebt.

Je nach Region jagten sie überwiegend die unterschiedlichen Beutetiere der Arktis: Karibus, Moschusochsen, Fische, Robben, Walrösser und Wale. Von der Jagd können sie heute nicht mehr ausschließlich leben. Die Arbeitslosenrate ist hoch und viele Inuit angewiesen auf staatliche Zuschüsse. Die Situation scheint ausweglos und so ist die Suizidrate in verschiedenen Gebieten recht hoch.

Mythologie der Inuit

Knud Rasmussens Wiedergabe eines Sprichwortes im Buch “Mythen und Sagen aus Grönland”: “Das Einzige, was wir mit Sicherheit wissen, ist, dass das, was geschehen soll, geschehen wird”. Der Glaube an Geister und Zauberei war von jeher tief in der Inuitkultur verwurzelt. Die frühen Inuit glaubten daran, dass die Natur beseelt war. Jeder einzelne Stein, jeder Halm, jedes Tier und jeder Organismus waren lebendig und hatten ihre eigene Seele. Die Seelen der Menschen können dabei von Tier zu Tier wandern.

Die Erzähltradition war die einzige Art, die Traditionen und Lebensformen der Inuit zu vermitteln. Die Geschichten über die Religion und die Lebensphilosophie der Inuit enthielten oft eine Moral mit kategorischen Ge- und Verboten. Auf diese Weise trugen die Geschichten dazu bei, Normen für das Verhalten der Menschen zu etablieren. Jahrhundertelang, eventuell sogar Jahrtausende lang, wurden Geschichten wie Navaranaaq, Kaassassuk und andere bekannte Sagen bei den Inuit in Alaska, Kanada und Grönland von Mund zu Mund überliefert. Der Polarforscher Knud Rasmussen und andere schrieben diese nieder. Somit wurde ein großer Teil der Kulturgeschichte des Landes auch für Leser in anderen Teilen der Welt zugänglich.

Inuit-Kunst

Ein bedeutender Wirtschaftsfaktor ist die Vermarktung von Inuit-Kunst. Sie hält Traditionen, Mythen und auch Traumhaftes fest, wobei großer Wert auf ästhetische Ausdrucksweise gelegt wird. Beim Gestalten von Skulpturen wollen die Künstler das wiedergeben, was sie als essentiell im Rohmaterial sehen. Das Material liefert das Motiv. Typisch sind beobachtete Realität – Menschen und Tiere – und Figurationen aus der Mythologie der Inuit, wie zum Beispiel Verwandlungen von Tier zu Mensch und umgekehrt. Typische Kunstgegenstände sind Steinskulpturen die meist aus Serpentin oder Serpentinit hergestellt werden. Aber auch Malereien auf Textilien gibt es. Zu den berühmtesten Inuit-Künstlern zählt Kenojuak Ashevak. Bilder auf Papier gibt es erst seit den 1950iger Jahren.

 

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