Kristallomantie

Kristallomantie

Einer der erfolgreichsten Filme der letzten Jahre beinhaltete so viel okkultes Wissen und Praktiken wie kaum ein anderer Film des Mainstreams zuvor: Der Herr der Ringe. Einer dieser Hinweise auf okkulte Rituale zeigte sich in der Benutzung des im Werk von J.R.R. Tolkin als Palantir bezeichnetes Objekts, durch das die Protagonisten die Zukunft schauen oder mit anderen, dämonischen Wesenheiten kommunizieren konnten. Natürlich ist die Darstellung unvollständig – aber tatsächlich wird die sogenannte Kristallomantie seit langem und auch heute tatsächlich praktiziert. Betrachten wir ein paar Eigenschaften dieser Tätigkeit der in die Geheimlehrern eingeweihten.

Geschichte

Von der Kirche zunächst wie alles andere okkulte geächtet und verfolgt, wurden diese Praktiken von den Eingeweihten in allen spiegelnden Gegenständen oder Oberflächen durchgeführt. Inzwischen ist die Glaskugel das wohl bekannteste Instrument für diese esoterische Tätigkeit, wobei auch Spiegel und stille Wasseroberflächen in vielen Ritualen auch heute noch verwendet werden. Während spiegelnde Oberflächen vor Allem vor der handwerklichen Expertise für das Herstellen perfekter Glas- oder Gesteinskugeln verwendet wurden, nahmen im mittelalterlichen Frankreich dann die ersten Kristallkugeln diesen Platz ein. Wie im Herrn der Ringe der Palantir in Sarumans Turm sollten diese Gegenstände bedeckt und nach norden ausgerichtet gelagert werden, um ihre Energie nicht zu stören. Der Tradition nach sollen sie beim Schein des Vollmonds ohne sie jemals direkt zu berühren befragt werden. Diese Befragungen finden in Anwesenheit des Rezipienten der Sitzung statt und basieren auf der Deutung der in der Kristallkugel gesehenen Symbole. Während in früheren Zeiten das Gesicht des Rezipienten eine wichtige Rolle spielte und die Art der Spiegelung in den Gewässern oder Spiegeln eine Aussage zuließ, sind es hier vor Allem die Symbole und Zeichen auf der Kugel, die interpretiert werden müssen.

Zur Interpretation der Zeichen

In der Kristallkugel können Wolken, andere Symbole oder gar Gesichter und Szenarien auftauchen. Die Wolken sind in ihrer Farbe Indikatoren für bestimmte Gefühle und Eigenschaften, die das Leben des Fragenden beinhalten wird. Ihre Zugrichtung über die Oberfläche des Kristalls gibt Aussage über eine Steigerung oder Verringerung dieser Qualitäten in der Zukunft. Die Symbole sind relativ leicht zu entschlüsseln und mit Wahrsagekarten zu vergleichen, da Sie Kelche, Waagen, Kronen und Schwerter beinhalten können. Sollten andere Bilder oder Gesichter auftauchen, gibt der Ort ihres Erscheinens auf der Kugel Ausschlag darüber, ob sie positive oder negative Vorzeichen darstellen. Oft haben die Kugel und deren eventuelle Phänomene nicht viel mit der „Lesung“ zu tun, denn es wird von einem Hellseher meist die Aura des Besuchers gelesen, seine Bedürfnisse und Hoffnungen für die Zukunft.

Manchmal sind diese auch durch gute Menschenkenntnis bereits aus seinem Auftreten, Gesichtszügen, ersten Worten und Ausstrahlung zu erraten. So braucht es in manchen Fällen nicht viel Magie, um eine akkurate Prognose der Zukunft eines Individuums zu geben. Auch ist davor zu warnen, sich diesen Aussagen völlig hinzugeben, da sie gerade bei wirklich hellsichtig begabten Medien durch deren meist nicht kleines Ego verzerrt werden können oder andere Wesenheiten und Einflüsse sich einmischen. Nimmt man die Prognosen dann als die Wahrheit an, können sie zu einer selbst-erfüllenden Prophezeiung werden, die man vielleicht nicht unbedingt erfahren möchte.

 

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